Am Tag der Armut (17.10.2016) gedachten ca. 50 Menschen auf dem Hauptfriedhof der einsam und mittellos Verstorbenen, die dort ihre letzte Ruhe finden.

 

Ein paar Tage davor hat sich die Heilbronner Stimme dem Thema in einem Artikel angenommen. Da unsere Kirchengemeinde St. Augustinus in Person von Diakon Bläsi daran beteiligt ist, hier ein Auszug aus dem Artikel vom 14.10.2016 ("Den letzten Weg soll keiner allein gehen" von Gertrud Schubert):

armenbegraebnis

"Am Mittwoch ist niemand gekommen. Pfarrer Hans-Jörg Eiding und Bestattungsmeister Dirk Hoheisel sorgen trotzdem für einen würdigen Abschied.

Wo ist die alte Frau, die immer so freundlich gegrüßt hat? Im Krankenhaus? Hat sie Verwandtschaft? Ist sie dort? Irgendwie taucht sie nicht mehr auf. Ist sie womöglich gestorben?

Wenn sich das mit dem Tod bewahrheitet, wird man dann in Heilbronn "einfach nur verscharrt"? So ist die gängige Vorstellung: Wer arm und einsam stirbt, ist auch im Tod allein. Doch dem ist nicht so. "Irgendjemand kommt immer", sagt Hans-Jörg Eiding. Fast nie macht der evangelische Diakoniepfarrer den letzten Gang allein mit dem Friedhofsmitarbeiter, der die Urne zum Ordnungsamtsgrab in der Abteilung 32 auf dem Hauptfriedhof trägt.

Ein Arbeitskreis Armenbegräbnis sorgt seit 2008 dafür, dass sich der Tod einsam gestorbener Menschen herumspricht. Angehörige, Freunde, Bekannte aus Umfeld oder Szene, auch Pflegekräfte sollen Abschied nehmen können: in Gedanken oder mit ihrer Teilnahme an der Bestattung. 35 bis 40 solcher Armenbegräbnisse finden jedes Jahr in Heilbronn statt."

(Quelle: Heilbronner Stimme, 14.10.2016)