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Warum braucht es uns als Kirchengemeinde in Heilbronn?
Für was stehen wir?
Was ist unser Auftrag?

 

Diese und ähnliche Fragen gaben im neuen Kirchengemeinderat 2001 den Impuls zur Entwicklung eines Leitbildes für St. Augustinus. Am Anfang standen die Zukunftsvorstellungen und Visionen des Kirchengemeinderates, mit denen sich Verantwortliche der Gemeindegruppierungen und Interessierte in zwei Workshops 2002 auseinandergesetzt haben. Der Kirchengemeinderat hatte eine Arbeitsgruppe beauftragt, daraus ein Leitbild für St. Augustinus zu entwerfen.

Den vorliegenden Text hat der Kirchengemeinderat am 03.07.2003 beschlossen und als „Leitbild der Katholischen Kirchengemeinde St. Augustinus“ in Kraft gesetzt.
Dieses Leitbild ist das Profil unserer Kirchengemeinde. Es beschreibt die Zielrichtung, wohin wir uns bewegen wollen. Damit sind wir aber nicht am Ziel angelangt. Vielmehr kommt jetzt das Entscheidende, nämlich dieses Leitbild in unserer Gemeindearbeit umzusetzen. Die Gemeinde als ganze, die Gruppen und Kreise und jedes einzelne Gemeindemitglied lade ich dazu ein, das geschriebene Wort mit Leben zu füllen! Ohne Umsetzung in konkrete Handlungen ist ein Leitbild nicht das Papier wert, auf dem es gedruckt wird.

Wir wünschen Ihnen auf der Grundlage dieses „Leitbildes“ viele wertvolle Impulse und Anregungen. Wir alle sind Kirche und gestalten die Zukunft mit!

- Markus Pfeiffer, Pfarrer


 

Wir leben mit Gott


Wir sind als Töchter und Söhne angenommen

Wir leben in dem Bewusstsein, dass jede und jeder einzelne von Gott angenommen und geliebt ist.
Deshalb sind wir in unserer Vielfalt alle gleich wertvoll. Dies wurde im Umgang Jesu mit allen Menschen sichtbar und bleibt uns als Aufgabe mitgegeben.
Diesen Auftrag nehmen wir an und bemühen uns, ihn in der Gemeinde immer mehr in die Wirklichkeit umzusetzen.


Unsere Mitte ist Jesus Christus

Auf ihn hin zu wachsen ist die Richtung unseres Lebens. Von ihm her beziehen wir die Maßstäbe unseres Tuns.
Diese beiden Bewegungen prägen unser Handeln im Umgang mit allen Menschen und mit der Schöpfung.
Bei allen sich verändernden Aufgaben in der Ge- genwart und Zukunft sehen wir unseren Auftrag darin, die Menschen zu dieser Mitte hinzuführen.


Aus der Kraft seines Geistes gestalten wir unser Leben

In der Taufe und Firmung haben wir alle den Geist Gottes empfangen. In der Gemeinde sind wir bemüht, das zu feiern, zu leben und weiter zu sagen, was wir vom Evangelium Jesu Christi verstanden haben.
Dadurch empfangen wir gegenseitig Ermutigung und Stärkung für ein Leben mit Gott.


Wir leben miteinander


Wir sind eine lebendige Gemeinschaft von Gemeinschaften

Die Menschen in unserer Gemeinde gestalten ein vielfältiges Leben in Gemeinschaften und Gremien, die sich in der Liturgie, in Bildung, Spiel, Musik, caritativen Diensten, koordinierenden und organisatorischen Tätigkeiten engagieren. Die Regelmßig- keit und Kontinuität in den Veranstaltungen von Gruppierungen gehören ebenso zum Gemeindeleben wie Begegnung in wechselnden Gemeinschaften und das Feiern von Höhepunkten des Kirchenjahres und von Gemeindefesten.
So zeigen sich der Dienst am Nächsten, die Verkündigung und der Gottesdienst als die Säulen christlichen Lebens in St. Augustinus.
Jeder findet sich mit seinen Interessen wieder und kann seine Fähigkeiten einbringen.


Wir achten einander und gehen offen und ehrlich miteinander um

Kennzeichen unserer Gemeinschaft ist eine Kultur des Miteinander, in der Chancengleichheit besteht, Kommunikation, Kooperation und Solidarität ge- pflegt und zur Eigeninitiative ermutigt wird.
Wir gehen mutig aufeinander zu und sind fürein- ander da. Leistungs-, Konkurrenzdenken und Vorrechte sind fehl am Platz.


Jede/r bringt sich mit ihren/seinen Begabungen in die Gemeinde ein

Wir freuen uns über viele Formen des Engagments in der Gemeinde: Vom Gottesdienstbesucher über diejenigen, die das Programm der Gemeinde miterleben bis hin zu denen, die es aktiv gestalten.
Kontinuierliches wie auch phasenweises oder projektbezogenes Mitgehen sind für uns gleich wertvoll.


Wir freuen uns über Neues, das in unserer Gemeinde entsteht

Wir bemühen uns um Kritikfähigkeit, sind sensi- bel für unterschiedliche Lebensentwürfe und Schicksale.
In unserem Gemeindeleben erkennen wir Schwerpunkte und greifen sie auf. Wir sind und bleiben unterwegs. Wir erkennen es als Chance, wenn sich äußere Formen und Inhalte verändern. Aber wir achten darauf, dass Wertvolles erhalten bleibt.

 

Wir begegnen anderen


Wir begegnen jedem Menschen mit Toleranz

Unser eigenes Verwurzeltsein im Glauben befähigt uns, Menschen verschiedener Prägung und Orientierung interessiert und engagiert wahrzunehmen.
Wir erfahren in unserer Gemeinde, dass Gott uns nahe ist. Hier erfahren wir uns aber auch auf den Weg geschickt, Gott noch mehr zu suchen: im All- tag, besonders in der Begegnung mit Anderen und mit i h r e n Weisen Gott zu suchen. Auch über die Alltagskontakte hinaus suchen wir nach Wegen das Angebot des Glaubens zugänglich zu machen.


Wir sind offen für andere suchende Menschen und gehen einladend auf sie zu / Wir arbeiten mit an der Einheit der Christen

Die Trennung der Christen in verschiedene Kirchen bleibt ein Ärgernis, das auch den Menschen in unserer Stadt die Erkenntnis des einen und einenden Chri- stus erschweren kann. Wir können die Trennung nicht im Alleingang beenden, aber wir setzen darauf, dass die über Konfessionen hinweg verteilten Gaben des einen Geistes immer mehr die Konturen e i n e s Volkes Gottes hervortreten lassen.
Geschwisterliche Beziehungen zu den Mitchristen in den evangelischen und orthodoxen Nachbargemeinden haben für uns deshalb einen hohen Stellenwert.


Wir sind offen für die Begegnung mit Angehörigen anderer Religionen

Die zahlreichen Angehörigen anderer Religionen in Heilbronn, namentlich die große Gruppe der Muslime, fordern uns heraus, den eigenen Glauben auch im Gespräch mit ihnen zu verantworten. Zugleich nehmen wir sie wahr als Verbündete im Glauben an den Einen und im Einsatz für Werte, die sich von dort herleiten.


Unsere Gemeinde ist ein Ort, wo Hilfe zum Leben und in Notlagen erfahren werden kann

Die Liebe zu den Menschen lässt uns auch deren Not und Leid erkennen. Kennzeichen unserer gemeinschaftlichen Diakonie ist ein Sich-Einlassen auf die persönliche Situation des Schwachen und Bedürf- tigen. Auch in der Begegnung und Auseinander- setzung mit Lebens- und Glaubenserfahrungen wird den Menschen Hilfe zum Leben vermittelt.

 

 

Wir gestalten die Welt mit


Wir leben unseren Glauben überzeugend

Wir leben unseren Glauben in einer pluralen Welt. Die Begegnung mit anderen gibt Anlass, das eigene Glaubensleben zu hinterfragen. Auch wenn wir uns noch so sehr bemühen, den Glauben überzeugend vorzuleben, werden wir niemanden zum Glauben drängen. Argumente und gutes Beispiel sind wir dem Anderen aber schuldig.


Wir leben im Bewusstsein, Teil einer weltweiten Kirche zu sein

Als Christen sind wir verbunden mit den Meschen der Einen Welt. Unsere Verantwortung für Benachteiligte geht deshalb über unsere Gemeinde hinaus. Dies wird sichtbar in der Partnerschaft mit Gemeinden und Projekten in der so genannten Dritten Welt, in der Unterstützung des gerechten Welthandels und in der Solidarität mit Menschen aus der ganzen Welt, die bei uns leben.


Als Teil der Gesellschaft und unserer Stadt nehmen wir bewusst Einfluss und gestalten diese mit

Als Kirchengemeinde in dieser Stadt beteiligen wir uns aktiv und kritisch am gesellschaftlichen und politischen Leben.
Wir sind solidarisch mit allen Menschen, besonders mit denen, die geschwächt, behindert oder ausgegrenzt sind.